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Erhöhte Nachfrage nach Kaliumiodid

06.03.2022
Warum es unnötig ist, sich mit Kaliumiodid „einzudecken“

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Seit einigen Tagen beobachten wir bei uns in den Apotheken eine vermehrte Nachfrage nach Jodtabletten. Wir verstehen die Sorgen und Ängste unserer Kunden (uns geht es nicht anders), allerdings möchten wir an dieser Stelle erklären, warum es nicht sinnvoll ist, sich aus Sorge vor einem nuklearen Angriff mit Jodtabletten einzudecken.

Das Wichtigste schon mal vorab:

 

  • Bund und Länder halten ca. 180 Millionen hochdosierte Kaliumiodid-Tabletten, die im Fall eines nuklearen Angriffs genommen werden müssten, bereit.

  • Im "Ereignisfall" werden diese über Apotheken, Feuerwachen oder auch Rathäuser an die Bevölkerung verteilt.

  • Herkömmliche Jod-Tabletten aus der Apotheke, die bei Schilddrüsenerkrankungen genommen werden, sind nicht geeignet, da zu niedrig dosiert.

Die Einnahme von Jod-Tabletten (Kaliumiodid), die im Ernstfall zur sogenannten Schilddrüsenblockade bzw. Jod-Blockade dient, sollte nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die zuständigen Katastrophenschutzbehörden erfolgen. Im „Fall des Falles“ reicht eine einmalige Einnahme, die jedoch zwingend zum richtigen Zeitpunkt erfolgen muss. Wird das nicht radioaktive Jod zu früh eingenommen, kann es bereits wieder abgebaut sein, wenn es eigentlich gebraucht wird. Außerdem hängt die einzunehmende Dosis davon ab, wieviel radioaktives Jod freigesetzt wird, wie weit der Unfallort entfernt liegt und wie die Wind- und Wetterverhältnisse sind. Im Ernstfall geben die Behörden dazu eine konkrete Empfehlung.

 

 

 

Diese Empfehlung gilt nur für Kinder und Personen bis 45 Jahre sowie für Schwangere. Personen, die älter als 45 Jahre sind, rät das Bundesamt für Strahlenschutz von einer Einnahme von Jod-Tabletten zur Schilddrüsenblockade ab. Für diesen Personenkreis überwiegen die Risiken von Nebenwirkungen den Nutzen der Vermeidung eines erhöhten Risikos für Schilddrüsenkrebs.

 

Herkömmliche Jodtabletten, die etwa Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen einnehmen, sind viel zu niedrig dosiert, um in einem “nuklearen Notfall” helfen zu können.

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter:

https://www.apotheke-adhoc.de/fileadmin/user_upload/redaktion/service-downloads/Download_Jodtabletten.pdf

https://www.br.de/nachrichten/wissen/faktenfuchs-warum-man-keine-jodtabletten-kaufen-muss,Sz0DJLb

https://www.aponet.de/artikel/ukraine-krieg-jod-tabletten-nicht-vorbeugend-einnehmen-26241

https://www.bfs.de/SharedDocs/FAQs/BfS/DE/ion/notfallschutz/jodtabletten.html

www.jodblockade.de


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